Schulleitung Kerns ist vom Interesse überrascht

Für drei Elternabende in der kommenden Woche zum Thema Lehrplan 21 haben sich zahlreiche Eltern angemeldet. Offensichtlich ist das Bedürfnis gross, sich zu informieren.

Marion Wannemacher
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Schüler treten nach dem Unterricht im Schulhaus Dossen den Weg nach Hause an. (Bild: Christoph Riebli (Kerns, 23. November 2016))

Schüler treten nach dem Unterricht im Schulhaus Dossen den Weg nach Hause an. (Bild: Christoph Riebli (Kerns, 23. November 2016))

Das Interesse der Kernser Eltern am Lehrplan 21 ist offensichtlich gross. Für drei Elternabende ab Montag haben sich 410 Eltern angemeldet. Bei 800 Schülern in Kerns eine beträchtliche Zahl. «Wir sind selbst überrascht über das grosse Interesse», räumt Schulleiter Hugo Sigrist ein.

Im ersten Jahr, nachdem der Lehrplan 21 eingeführt wurde, also im Schuljahr 2017/18 hätten die Eltern kaum Rückmeldung gegeben. Damals sei es um die Einführung neuer Stundentafeln gegangen. Vor allem in der Orientierungsstufe, der fünften und sechsten Klasse, hatten mehr Stunden vor allem zu Frühstunden geführt.

«Neu haben wir uns jetzt mit der Beurteilung befasst», erklärt Hugo Sigrist. Als eine der wesentlichen Änderungen des Lehrplans 21 gehe es ja vor allem darum, dass sich die Schüler nicht nur Wissen aneigneten, sondern es auch anwenden könnten, erläutert der Schulleiter. Es gehe darum, weg vom isolierten Faktenwissen zu kommen. Ebenso ist die individuelle Förderung nach den persönlichen Voraussetzungen ein grosses Ziel.

Weniger, dafür massgebliche Noten

Die Kompetenzen richtig zu beurteilen sei ein weiterer Punkt des Lehrplans, so der Schulleiter. Ein Wörtertest reiche dafür etwa nicht mehr, nennt Hugo Sigrist ein Beispiel. Stattdessen werde vom Schüler vielleicht eine Konversation oder andere Art der Anwendung verlangt. Ebenfalls eine wesentliche Änderung: Künftig wird es nicht laufend Noten geben, sondern immer beim Abschluss einer Lerneinheit. Insgesamt wird es also weniger Beurteilungen geben, dafür sollen diese dann aber massgeblich sein.

An den drei Elternabenden innerhalb einer Woche wird ein Experte der Pädagogischen Hochschule die Grundsätze des neuen Lehrplans erläutern, die Schulleitung wird die Umsetzung darlegen. Dass die Schule Kerns erst jetzt in dieser Form darüber informiert, hat seinen Grund. «Insgesamt haben wir fünf Jahre Zeit für die Umsetzung», sagt Hugo Sigrist. «Wir haben zugewartet, bis wir den Eltern im Detail mitteilen können, wie wir es machen.»

Welche Erwartungen hat die Schulleitung an die Elternabende? «Dass die Eltern einen Einblick bekommen und verstehen, was passiert. Schlussendlich hilft es den Schülerinnen und Schülern sehr, wenn sie es mittragen», sagt Hugo Sigrist.