Sportevent
«Haben das Vertrauen in den Veranstalter verloren»: Strongmanrun wird nicht mehr in Engelberg stattfinden

Vor fünf Monaten kam die Absage für den Strongmanrun, der im Sommer in Engelberg hätte stattfinden sollen. Seitdem warten die Teilnehmer auf die Rückerstattung des Startgelds, bislang ohne Erfolg. Nun teilt Engelberg Tourismus mit, dass der Event in Zukunft nicht mehr im Dorf stattfinden wird.

Marcel Jambé und Matthias Piazza
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Impressionen vom Strongmanrun in Engelberg.

Impressionen vom Strongmanrun in Engelberg.

Bild: PD

«Und wieder mehr als ein Monat verstrichen ohne Geld», «Ich will jetzt mein Geld zurück» und «Irgendwas ist da faul»: Auf der offiziellen Facebook-Seite des Strongmanruns Switzerland sind die Leute verärgert.

Anfang Mai wurde bekanntgegeben, dass der Strongmanrun im Juni nicht stattfinden kann. Über fünf Monate später warten die 2700 Personen, die sich dafür angemeldet haben, noch immer auf die Rückerstattung des Startgelds, wie «PilatusToday» berichtet. Frustrierend: Gewisse Teilnehmer meldeten sich bereits 2020 dafür an, mussten sich allerdings aufgrund der Pandemie zwei Jahre gedulden.

Durch Dritte von Absage erfahren

«Wir warten ebenfalls schon lange auf Neuigkeiten, ob sie eine Ersatzveranstaltung anbieten können oder was sie mit den Anmeldungen machen wollen», sagt Andres Lietha, Direktor Engelberg-Titlis-Tourismus (ETT). Erfahren von der Absage der diesjährigen Ausgabe habe man durch Dritte.

Nun teilt ETT mit, dass in Zukunft der Strongmanrun nicht mehr in Engelberg stattfinden wird. Aufgrund der überraschenden Absage des diesjährigen Strongmanruns wolle man nicht mehr mit dem Veranstalter zusammenarbeiten. «Es sind zu viele Fehler passiert, sodass wir nun das Vertrauen in den Veranstalter verloren haben», so Lietha.

Video: PilatusToday

Nun wolle man die Gelegenheit nutzen, andere Veranstaltungen durchzuführen. Momentan prüfe man, ob ein Bike- und Wanderevent organisiert werden könnte.

Vorerst keine Rückerstattung?

Doch was passiert nun mit den Teilnahmegebühren der 2700 Angemeldeten? Auf Nachfrage beim Organisator des Strongmanruns in der Schweiz zeigt dieser Verständnis dafür, dass die Angemeldeten eine Rückmeldung erwarten. «Es dauert leider länger als erhofft, dass wir die Details für eine Neuauflage des Strongmanruns bekanntgeben können», sagt Manuel Wirz, Geschäftsführer beim Veranstalter Invents.

Man habe versucht, im November ein Ersatzdatum für den Event zu finden, allerdings sei dieser nicht bewilligt worden. Nun arbeite man an einer Nachfolgeveranstaltung für den Frühling 2023. Wirz:

«Die Zusagen der Standortgemeinden liegen bereits vor und wir befinden uns in Detailverhandlungen.»

Dabei würden die bereits angemeldeten Startplätze ihre Gültigkeit behalten. Ob man auch das Geld zurückerstatten kann, würde individuell geprüft. «Die Startplätze können auch auf jemanden übertragen, sprich weiterverkauft werden», so Wirz. Es scheint also so, dass die Teilnehmenden nicht auf eine schnelle Rückerstattung hoffen können.

Skitickets als Entschädigung

Als Gastgeber will Engelberg-Titlis-Tourismus keinen schlechten Eindruck hinterlassen, so Andres Lietha weiter. «Für uns ist die Situation sehr unerfreulich. Deswegen haben wir dem Organisator mitgeteilt, dass wir mit einem Kulanzangebot helfen wollen.» Dabei handelt es sich laut Lietha um Skitickets, die man denjenigen geben will, die nicht mehr an einem neuen Strongmanrun teilnehmen wollen.

Auch der Engelberger Talammann Alex Höchli bedauert das definitive Aus des Strongmanruns in «seiner» Gemeinde, nicht nur wegen der hohen Wertschöpfung und des Stellenwerts, der lediglich durch das Skispringen übertroffen wurde. «Der Strongmanrun war immer ein sehr angenehmer, professioneller Anlass mit sympathischen Teilnehmenden. Das unterstützten wir gerne.» Die Gemeinde Engelberg und Engelberg-Titlis-Tourismus steuerten jährlich je 50'000 Franken ans Budget von etwa 750'000 Franken bei.

Über 7500 Teilnehmende und 15'000 Schaulustige haben in früheren Jahren am Strongmanrun in Engelberg teilgenommen, der 2013 das erste Mal in Engelberg durchgeführt wurde. Mit 18,5 Kilometern und über 40 Hindernissen durch Schlamm, Gehölz und Wasser galt er als grösster Hindernislauf der Schweiz – als Rennen der Extreme, das den Sportlerinnen und Sportlern alles abverlangte.

Strongmanrun in Engelberg: Bilder aus dem Jahr 2018

Im Wechselbad des Strongmanruns. (Bild: Sebastian Schneider / Keystone)
46 Bilder
Das Leben und das Rennen ist ein Fest. (Bild: Sebastian Schneider / Keystone)
Strong and schmutzige Men. (Bild: Sebastian Schneider / Keystone)
Eine saubere Rolle. (Bild: Sebastian Schneider / Keystone)
Dies ist möglicherweise dann schief gegangen. (Bild: Sebastian Schneider / Keystone)
Beim Aufstieg. (Bild: Sebastian Schneider / Keystone)
Ich bin. Und ich bin schmutzig. (Bild: Sebastian Schneider / Keystone)
Bild: Sebastian Schneider / Keystone
Der Weg führt durch diese Rohre. (Bild: Sebastian Schneider / Keystone)
Im Ziel! (Bild: Sportograf / Colin Derks)
Im Ziel. Mit einer Medaille und einem Souvenir. (Bild: Sportograf / Colin Derks)
Alle werden als Finisher beglückwünscht und ausgezeichnet. (Bild: Sportograf / Colin Derks)
Bild: Sportograf / Colin Derks
Diese Fäden sind so harmlos nicht. Sie führen Strom... (Bild: Sportograf / Colin Derks)
Bild: Sportograf / Colin Derks
Die Dusche vor der Dusche. (Bild: Sportograf / Colin Derks)
Unten durch. In mehrfacher Hinsicht. (Bild: Sportograf / Colin Derks)
Autoreifen gehören jedes Jahr dazu. (Bild: Sportograf / Colin Derks)
Die Hindernisse hatten es buchstäblich in sich. (Bild: Sebastian Schneider / Keystone)
Die Laufenden verlassen den Wassergraben. (Bild: Roger Gruetter / Neue LZ)
Den Schmutz muss man verkraften können. Oder sogar mögen... (Bild: Sebastian Schneider / Keystone)
Vielleicht wurden die Socken etwas feucht. (Bild: Sebastian Schneider / Keystone)
Sport macht Spass. (Bild: Sebastian Schneider / Keystone)
Ein bisschen Fasnacht, ein bisschen Sport. (Bild: Sebastian Schneider / Keystone)
Ein lustiges Team. (Bild: Sebastian Schneider / Keystone)
Bild: Sebastian Schneider / Keystone
Schmutz und Freude. (Bild: Sebastian Schneider / Keystone)
Schmutz und Freude. (Bild: Sebastian Schneider / Keystone)
Ein Team von Strongmen beglückwünscht sich. (Bild: Sebastian Schneider / Keystone)
Bild: Sebastian Schneider / Keystone
Da musst du durch. (Bild: Sebastian Schneider / Keystone)
Bild: Sebastian Schneider / Keystone
Strongmen unterwegs. (Bild: Sebastian Schneider / Keystone)
Läufer mit lustigem Kostüm. (Bild: Sebastian Schneider / Keystone)
Erfolgreiche Strongwomen. (Bild: Sebastian Schneider / Keystone)
Im Kostüm ist der Lauf offenbar halb so streng! (Bild: Roger Gruetter / Neue LZ)
Bild: Roger Gruetter / Neue LZ
Luft anhalten und abtauchen. (Bild: Roger Gruetter / Neue LZ)
Fishermen Strongmen Run 2016 in Engelberg. (foto: ro ger gruetter) (Bild: Roger Gruetter / Neue LZ)
Eine Horde Strongmen quält sich bei der Engelberger Skischanze den Hang hoch. (Bild: Roger Gruetter / Neue LZ)
Die Zuschauer tun ihr Bestes für die Laufenden. (Bild: Roger Gruetter / Neue LZ)
Eine lustige Verkleidung scheint dazuzugehören. (Bild: Roger Gruetter / Neue LZ)
Die Hindernisse werden geschickt gemeistert. (Bild: Roger Gruetter / Neue LZ)
Die Hindernisse werden geschickt gemeistert. (Bild: Roger Gruetter / Neue LZ)
Fishermen Strongmen Run 2016 in Engelberg. (foto: ro ger gruetter) (Bild: Roger Gruetter / Neue LZ)
Geschafft! (Bild: Roger Gruetter / Neue LZ)

Im Wechselbad des Strongmanruns. (Bild: Sebastian Schneider / Keystone)