SRF bi de Lüt
«Landfrauenküche» aus Kägiswil: Nach zwölf Jahren Pause ist Obwalden wieder in der Koch-Sendung vertreten

Die 38-jährige Lydia Barmettler ist am Freitag mit ihrer Familie in der beliebten SRF-Sendung zu sehen. Die Gastgeberfamilie Barmettler bewirtschaftet je einen Hof in Obwalden und Nidwalden.

Robert Hess
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In der fünften von sieben Folgen der Unterhaltungsserie «SRF bi de Lüt – Landfrauenküche» steht am Freitag, 10. Juni (20.05 Uhr), die 38-jährige Lydia Barmettler-von Büren aus Kägiswil im Mittelpunkt. Damit kommt seit 2010 erstmals wieder eine Hobby-Köchin aus Obwalden zum Zuge. Für zusätzliche Zuschauerinnen und Zuschauer neben den Stammgästen der Sendung wird am Freitag bestimmt die Herkunft von Lydia Barmettler sorgen. Sie ist nämlich auf dem elterlichen Betrieb Gadenstatt in Ennetmoos aufgewachsen. Seit 2017 führt sie zusammen mit ihrem Ehemann Lukas – nach Kräften unterstützt von ihrem 8-jährigen Sohn Luca – zwei Betriebe in zwei Kantonen. Es handelt sich um den von Lukas Eltern übernommenen Pachtbetrieb Neuheim in Kägiswil sowie den Bergbetrieb von Lydias Eltern in Ennetmoos. Insgesamt bewirtschaftet die Familie Barmettler 30 Hektaren Land und 30 Hektaren Wald.

Die gelernte Floristin Lydia Barmettler bietet auf dem Hof Neuheim auch einen «Milchkannenkurs» an, in welchem Landfrauen lernen, nicht mehr verwendete Milchkannen neu zu gestalten und mit Blumen zu dekorieren.

Die gelernte Floristin Lydia Barmettler bietet auf dem Hof Neuheim auch einen «Milchkannenkurs» an, in welchem Landfrauen lernen, nicht mehr verwendete Milchkannen neu zu gestalten und mit Blumen zu dekorieren.

Bild: Ueli Christoffel/SRF

Floristin und Jodeldirigentin

Lydia Barmettler ist nicht «nur» Bäuerin. Die gelernte Floristin bleibt in Teilzeit ihrem Beruf treu und bietet ihre Produkte im Hofladen an. «Grund genug für die Fernsehleute, die Aufnahmen für diesen Betriebszweig am Muttertag zu machen», berichtet Lydia. Zudem führt sie an zwei Nachmittagen in der Woche eine eigene Bauernhofspielgruppe für Kinder. Ihre grösste Leidenschaft gilt dem Jodelgesang. Seit 2008 ist sie Vorjodlerin beim Jodlerklub «Bärgsee» Lungern und seit zwei Jahren führt sie den Klub als Dirigentin.

Lydia Barmettler vor ihrem Hoflädeli auf dem Bauernhof Neuheim.

Lydia Barmettler vor ihrem Hoflädeli auf dem Bauernhof Neuheim.

Bild: Ueli Christoffel/SRF

«Wie bringst du alle diese unterschiedlichen Tätigkeiten unter einen Hut?», werden möglicherweise auch die Fernsehleute in der Sendung fragen. Eine Antwort hielt sie im Gespräch mit unserer Zeitung bereit:

«Man muss auch lernen, Hilfe anzunehmen und das tue ich.»

So wird ihre Kollegin Heidi Blättler, die sie für die Sendung angemeldet hatte, Lydia in der Küche unterstützen.

Auch eine Art-Home-Story

Die TV-Sendung ist zwar mit Landfrauenküche getitelt, doch die Person der Köchin, ihr Umfeld, schöne oder weniger erfreuliche Begebenheiten im Leben, nehmen in dieser Serie breiten Raum ein. «Tatsächlich wollen die Fernsehleute viel Persönliches wissen, es gibt kein Drehbuch, sie stellen Fragen», sagt Lydia Barmettler. «Der Persönlichkeitsschutz ist aber gewährleistet», fährt sie fort, «wenn man ein Thema oder eine Begebenheit nicht in der Sendung publik machen will, wird das akzeptiert.»

Bis zu zehn Fernsehleute

Ist eine Kandidatin aus den vielen Bewerberinnen ausgewählt, kommt «einiges auf sie zu», berichtet Lydia. Das bedeutete für sie: «Den vielen Vorbereitungsgesprächen folgten in der Zeit von 2. bis 9. Mai an insgesamt rund sechs Tagen die Dreharbeiten. Da gab es manche Wiederholung von Szenen, bis alles richtig im Kasten war.» Meistens habe die TV-Equipe aus drei Personen bestanden, bei den Dreharbeiten zum Essen seien bis zu zehn Personen auf dem Hof gewesen. Für die Aufwendungen inklusive Lokalvorbereitung, Essen, Getränke, Geschirr usw. werde ein Pauschalbetrag ausbezahlt. Und am Tag des festlichen Essens können die Teilnehmerinnen in der Region ein Hotelzimmer beziehen und werden von dort mit dem Postauto zum Hof chauffiert.

Lydia Barmettler bei der Arbeit in ihrer Küche.

Lydia Barmettler bei der Arbeit in ihrer Küche.

Bild: Ueli Christoffel/SRF

Drei Menüs sind vorzuschlagen

Selbstverständlich interessiert sich das Fernseh-Publikum getreu dem Serien-Titel besonders auch fürs Menu, die Vorbereitung und die Kochkünste der Landfrau. «Man muss drei Menus zur Auswahl vorschlagen», berichtet Lydia Barmettler. Für sie lag von vornherein ein Menü mit Produkten aus der Region und vom Hof im Vordergrund. Dazu sei an dieser Stelle nur so viel verraten:

«Fleisch kommt auf den Tisch, aber als Beilage weder Reis, Mais, Kartoffeln oder Teigwaren.»

Am Freitag erfährt das TV-Publikum mehr, die Bewertung bleibt aber bis zum Finale am 1. Juli geheim.