Stelldichein für neues Holzheizkraftwerk in Sarnen

Ab nächstem Jahr soll in der Heizzentrale des Wärmeverbunds Sarnen einheimisches Holz verbrannt werden. Einen Monat früher als geplant erfolgte am Mittwoch der Spatenstich. Mit Neukunden wird noch verhandelt.

Franziska Herger
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Spatenstich (von links) mit Baudirektor Josef Hess, Baukommissionspräsident Peter Seiler, Korporationspräsident Niklaus Wirz, Gemeinderat Beat Odermatt, Projektleiter Christian Preiss, Landammann Christoph Amstad und Gemeindepräsident Jürg Berlinger. (Bild: Franziska Herger (Sarnen, 19. September 2018))

Spatenstich (von links) mit Baudirektor Josef Hess, Baukommissionspräsident Peter Seiler, Korporationspräsident Niklaus Wirz, Gemeinderat Beat Odermatt, Projektleiter Christian Preiss, Landammann Christoph Amstad und Gemeindepräsident Jürg Berlinger. (Bild: Franziska Herger (Sarnen, 19. September 2018))

«Ich dachte immer, einen Spatenstich macht man auf grüner Wiese», sagte Niklaus Wirz, Präsident der Korporation Freiteil, am Mittwoch mit Blick auf die braune Baustelle auf dem Werkhof Foribach in Sarnen. «Aber man sieht hier einmal mehr, was für ein Elan hinter diesem Projekt steckt.» Gemeint ist das neue Holzheizkraftwerk des Wärmeverbunds Sarnen, an dem bereits seit dem 10. September gebaut wird.

Geplant war der Baustart Mitte Oktober. Peter Seiler, Gemeinderat und Baukommissionspräsident bei der Holz-Fernwärme Sarnen AG (HFS), erklärt: «Der Spatenstich kann schon früher erfolgen, weil die mit den Baumeisterarbeiten beauftragte PK Bau aus Giswil zeitliche Kapazität hat und die Böden durch den trockenen Sommer jetzt sehr gut befahrbar sind. Das hat den Vorteil, dass wir im Winter dann schon etwas ‹aus dem Dreck raus› sind.»

Residenz am Schärme wird neuer Grosskunde

Trägerin des Projekts ist die HFS, an welcher die Korporation zu 52 Prozent, der Kanton und die Gemeinde Sarnen je zu 24 Prozent beteiligt sind. Die Heizzentrale entsteht im Baurecht auf Kantonsland und soll am 1. Oktober 2019 in Betrieb gehen. Sie ersetzt den heutigen Wärmeverbund, der vom Kanton mit Öl und Gas unter dem Kantonsspital betrieben wird, sowie die Holzfeuerung des Wärmeverbunds Foribach. Das bestehende Leitungsnetz werde so weit als möglich beibehalten, erklärt Seiler. «Auch die Verträge mit den Abnehmern werden zu gleichen Konditionen übernommen», so der SVP-Kantonsrat.

So soll das Heizwerk aussehen. (Visualisierung: PD)

So soll das Heizwerk aussehen. (Visualisierung: PD)

Total wird das Heizkraftwerk rund 10 000 Megawattstunden thermische Energie pro Jahr produzieren. Ein Viertel soll an Neukunden gehen. «Neue Grosskunden sind etwa das Altersheim Residenz am Schärme, das Verwaltungsgebäude Hostett und die Berufsschule», so Seiler. Mit einigen Wohnquartieren stehe man in Verhandlungen. Die Energie aus dem Heizwerk wird neben dem einmaligen Anschlusspreis rund 12 Rappen pro Kilowattstunde kosten, ohne Mehrwertsteuer. Zum Vergleich: Heizöl kostet zirka 10,5 Rappen pro Kilowattstunde. «Dafür ist das Holz aus der Region», so Seiler. Denn verbrannt werden soll nur Obwaldner Holz, rund 20 000 Kubikmeter jährlich.

Der grösste Teil davon ist geschreddertes Altholz aus der Recyclingbranche. «Das wurde bisher in andere Kantone oder ins Ausland transportiert», so Seiler. Der für die Verbrennung nötige Umweltverträglichkeitsbericht wird im Oktober vorliegen. «Wir erfüllen die Vorgaben ohne weiteres», ist der Baukommissionspräsident zuversichtlich.

Schlechter Baugrund macht Pfähle nötig

Weiter wird, in gleicher Menge wie bisher für das Netz Foribach, frisches Waldhackholz aus Forstbetrieben verbrannt. Dazu kommt Schwemmholz, sofern solches anfällt. Das alles braucht zwei Heizkessel. Eine Erweiterung auf drei Kessel, mit einer Gesamtproduktion von bis zu 16,6 Megawattstunden jährlich, ist möglich. Zunächst aber muss gebaut werden. Bei Sondierungen ergab sich, dass der Baugrund schlechter ist als erhofft. Das macht das Bauen mit Pfählen nötig, bei Kosten von knapp 200 000 Franken. Man habe das Projekt gestrafft und Nötiges von Wünschbarem getrennt, sagt Seiler. «Das Budget von 10 Millionen werden wir daher trotzdem einhalten können.»