ENGELBERG
«Sumpf-Marie» feiert ihren 100. Geburtstag

Die Engelbergerin Marie Häcki-Amstutz musste immer wieder körperliche und seelische Verluste verdauen. Ihr Geburtstagsfest besuchten unter anderem Talammann Alex Höchli und die Trychler von der Schwand.

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Marie Häcki-Amstutz ist dankbar, dass sie gut betreut wird.

Marie Häcki-Amstutz ist dankbar, dass sie gut betreut wird.

Bild: PD

Ihre Familie und alle, die sie kennen, waren überzeugt: Marie Häcki-Amstutz wird ihren 100. Geburtstag am 24. Juli 2021 erleben. Sie selbst hatte in den Jahren zuvor immer wieder daran gezweifelt, spürte sie doch die Müdigkeit und Verletzlichkeit ihres hohen Alters. Mehr als einmal beschloss sie, sich jetzt von der Welt zu verabschieden, um dann kurze Zeit später und mit einer gewissen Erleichterung festzustellen: «Der Herrgott will mich noch nicht zu sich nehmen. Ich glaube, ich werde doch 100 Jahre alt.»

Marie Häcki, die entsprechend ihrem Heimet in der Schwand in Engelberg «Sumpf-Marie» genannt wird, verfügt ganz offensichtlich über die lebenserhaltende Fähigkeit, sich auf körperliche und seelische Verluste immer wieder neu einstellen zu können. Sie war stets bemüht, sich ihre positive Denkweise und ihren Humor zu bewahren. Ihre Familie ist ihr grosses Glück, und sie freut sich über ihre 14 Grosskinder und die 16 Urgrosskinder. Trotz ihres hohen Alters wollte sie immer selbstbestimmt wohnen. Ein Brandereignis in ihrer Wohnung 2018 machte die Übersiedlung ins Pflegeheim Erlenhaus nötig.

Ein Lob an das Essen gleicht einem Ritterschlag

Dort wird sie mit all ihren wechselnden Stimmungen und Bedürfnissen achtsam betreut, wofür sie unglaublich dankbar ist. An ihren guten Tagen ist «Sumpf-Marie» sehr aktiv, geniesst ihren Spaziergang und nimmt mit vielen guten Ideen am Aktivierungsprogramm teil. Auch Gespräche mit ihren Mitbewohnerinnen weiss sie zu schätzen und ganz besonders geniesst sie die regelmässige Nachbesprechung der Mahlzeiten mit der Küchenmannschaft. Als gute Köchin spart sie nicht mit Kritik und ein Lob von ihr ist wie ein Ritterschlag.

Am vergangenen Samstag war es so weit. Marie Häcki wurde durch die Nachtwache mit einem Geburtstagsjutz geweckt. «Jetzt habe ich es doch tatsächlich geschafft, 100 Jahre alt zu werden», sagte sie immer wieder. Mit grossem Stolz nahm die Jubilarin die Gratulationen in den Medien zur Kenntnis und freute sich über die Glückwünsche des Erlenhausteams und ihrer Mitbewohnerinnen. Das Mittagessen im Kreis ihrer Familie war der Höhepunkt ihres Festtages – vier Generation waren zusammengekommen, um Marie zu feiern. Überraschungsgäste wie Talammann Alex Höchli und die Trychler von der Schwand rundeten diesen besonderen Geburtstag ab, an dem die Jubilarin es sich nicht nehmen liess, ihre Geburtstagsansprache selbst zu halten. (pd/fpf)