TODESFALL: Adalbert Durrer ist gestorben

Der langjährige CVP-Präsident Adalbert Durrer ist am Samstag 57-jährig seiner Krebserkrankung erlegen. «Ysä Bärti» machte eine Bilderbuchkarriere.

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Adalbert Durrer in einer Aufnahme aus dem Jahr 2000 als damaliger Präsident der CVP Schweiz. (Bild Ruth Tischler/Neue LZ)

Adalbert Durrer in einer Aufnahme aus dem Jahr 2000 als damaliger Präsident der CVP Schweiz. (Bild Ruth Tischler/Neue LZ)

«An seiner Fähigkeit, mit Leuten umzugehen, erkannte man Bärti Durrer als Beizerssohn», sagt Franz Steinegger. Der Urner Nationalrat war FDP-Präsident, als der Obwaldner Nationalrat die CVP führte.

«Er war ein zuverlässiger Partner. Wir versuchten immer wieder, im Ständerat gemeinsam die Führungsrolle von CVP und FDP in der Schweiz zu demonstrieren», erinnert sich Steinegger. «Aber das war schwierig bei den Ständeräten, die eigenständig und weit weg von der Parteipolitik politisierten.»

«Sehr zuverlässig und geradlinig»
Adalbert Durrer litt seit längerem an Krebs, gegen den er mit viel Mut und Zuversicht kämpfte; nun kam sein Tod unerwartet. «Der allzu frühe Hinschied von Bärti macht mich sehr betroffen und traurig», sagt der ehemalige Obwaldner Landammann Josef Nigg, der mit Durrer im Regierungsrat war.

«In der langjährigen gemeinsamen Tätigkeit in der CVP, im Kantonsrat und schliesslich im Regierungsrat habe ich Bärti Durrer als sehr zuverlässigen und gradlinigen Kollegen und politischen Freund erfahren.» Sein politisches Können, sein feines Gespür für die Probleme und Anliegen des Volkes seien «bewundernswert und beispielhaft» gewesen, meinte Nigg.

«Er war ein liberaler Geist»
«Adalbert Durrer hat in einer von Umbruch geprägten Zeit viel für die CVP bewirkt», attestiert ihm Rosmarie Zapfl. «Er war ein sehr offener Mensch, ein liberaler Geist», sagt die ehemalige Zürcher CVP-Nationalrätin. Erstmals sei ein Dreierpräsidium eingeführt worden, und sie sei von Durrer als Vizepräsidentin akzeptiert worden – als erste Frau.

1999 wagte der inzwischen 49-jährige Adalbert Durrer den grössten Schritt seiner politischen Karriere: Er kandidierte am 11. März für den Bundesrat. Doch der eine CVP-Sitz war für eine Frau reserviert, und um den anderen bewarb sich ein halbes Dutzend valabler Kandidaten; Ruth Metzler und Joseph Deiss gewannen.

Zwei Jahre später zog sich Durrer aus der eidgenössischen Politik zurück: Im Mai 2001 demissionierte er als Präsident der CVP Schweiz, im Oktober trat er als Nationalrat zurück und wechselte in die Privatwirtschaft. Die neue Aufgabe als Politikchef (Head Public Policy) der Grossbank UBS forderte ihn stark heraus und faszinierte ihn.

Robert Hess und Fabian Fellmann

Den ausführlichen Artikel lesen Sie am Montag in der Neuen Luzerner Zeitung und ihren Regionalausgaben.