Nidwaldner Gesamtverkehrskonzept
Engelberg wehrt sich gegen «einseitige» Massnahmen wie Dosiersysteme

Die Tourismusdestination Engelberg generiert viel Verkehr, der auch Nidwalden belastet. Im Nidwaldner Gesamtverkehrskonzept sind auch Massnahmen wie Dosiersysteme erwähnt, was in Engelberg auf klare Ablehnung stösst.

Philipp Unterschütz
Drucken
Stau durch das Dorf Wolfenschiessen.

Stau durch das Dorf Wolfenschiessen.

Bild: Leserreporter (16. Dezember 2018)

Das Nidwaldner Gesamtverkehrskonzept (GVK) betrifft auch die Obwaldner Enklave Engelberg. Bestimmte Massnahmen wie Dosierungssysteme könnten die Tourismusdestination ins Mark treffen. Die Gemeinde verfolgt deshalb genau, was die Nidwaldner Nachbarn planen. Der Einwohnergemeinderat habe sich mit dem GVK befasst, den Fokus dabei auf die geplanten Massnahmen im Engelbergertal gelegt und im Rahmen des Mitwirkungsverfahrens Stellung genommen, hält die Gemeinde fest.

Engelberg sei auf eine gute Verkehrsanbindung angewiesen, um sich weiterhin als attraktive Wohn- und Tourismusgemeinde behaupten und weiterentwickeln zu können, schreibt die Gemeinde. Unter diesem Aspekt habe sich der Einwohnergemeinderat kritisch zu einer geplanten Verkehrsdosierung von und nach Engelberg geäussert. «Eine weitere Massnahme, mit welcher der Durchfahrtswiderstand für den Transitverkehr in Wolfenschiessen erhöht werden soll, wird vom Einwohnergemeinderat klar abgelehnt. Insbesondere aufgrund der Tatsache, dass der Kanton Nidwalden gleichzeitig eine Umfahrung Wolfenschiessen nicht mehr weiterverfolgen will.»

Stärkung des öffentlichen Verkehrs

Der Einwohnergemeinderat unterstütze eine Stärkung des öffentlichen Verkehrs und die Einführung des Halbstundentaktes nach Engelberg. Gleichzeitig gehe der Einwohnergemeinderat davon aus, dass das Auto auch in Zukunft eine wichtige Rolle spielen werde. Umweltfreundliche Antriebsformen, autonome Fahrzeuge oder sogenanntes Carsharing würden das Auto auch in Zukunft attraktiv machen. «Der Einwohnergemeinderat fordert, dass diesen Tatsachen auch im Engelbergertal Rechnung getragen wird.»

Es sollten Massnahmen gefunden werden, welche bei der Bevölkerung im Engelbergertal zu einer Entlastung führen. Die Bevölkerung im Engelbergertal solle nicht einseitig unter dem Verkehr nach Engelberg leiden. «Gleichzeitig dürfen die Verkehrsmassnahmen auch nicht einseitig auf Kosten der Gemeinde Engelberg umgesetzt werden. Insbesondere, da es in den letzten Jahren ja nicht nur in Engelberg eine Entwicklung punkto Bevölkerung, Arbeitsplätze und Mobilität gab, sondern im ganzen Engelbergertal», lässt die Gemeinde weiter verlauten.