«Weisch nu?»
Vor zehn Jahren schrieben sich alle sieben Obwaldner Gemeinden das Energiesparen auf die Fahne

2011 wurden alle sieben Obwaldner Gemeinden auf einen Streich Energiestädte. Das lockte sogar Bundesrätin Doris Leuthard nach Sarnen – in ihre zweite Heimat.

Matthias Piazza
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Die damalige Bundesrätin und Energieministerin Doris Leuthard während ihres Referats.

Die damalige Bundesrätin und Energieministerin Doris Leuthard während ihres Referats.

Bild: Obwaldner Zeitung (Sarnen, 15. Dezember 2011)

«Wie man sieht, haben die Obwaldnerinnen und Obwaldner die Nase vorn», lobte die damalige Bundesrätin und Energieministerin in ihrer Ansprache und gratulierte dem Kanton Obwalden, den sieben Gemeinden, dem Elektrizitätswerk Obwalden (EWO) und allen weiteren Beteiligten «zu dieser ausserordentlichen und vorbildlichen Leistung». Der Grund ihres Besuchs in Sarnen, ihrem zweiten Heimatort, im Dezember 2011: die Labelübergabe «Energiestadt Obwaldner Gemeinden». Dass gleich sämtliche Gemeinden eines Kantons die begehrte Auszeichnung erhalten, war damals ein schweizweites Novum.

Den Grundstein dazu habe man 2006 mit dem neuen kantonalen Energiekonzept gelegt, blickte sie zurück. Sie richtete ihren Dank vor allem ans EWO. Dieses hatte 2010 im Rahmen seines 50-Jahr-Jubiläums das Projekt Energiestadt lanciert und die Gemeinden mit einem «Startpaket» auf dem Weg zum Energiestadt-Label beschenkt.

Den Worten folgten Taten. Alle Gemeinden schafften jeweils das alle vier Jahre stattfindende Re-Audit. Damit wiesen sie nach, dass sie sich in Energiefragen weiterhin vorbildlich verhalten.

Nebst den verschiedenen Aktivitäten in den sieben Obwaldner Energiestädten wurden im vergangenen Jahr drei grössere gemeinsame Projekte angepackt. So motivierten die Energiestädte unter dem Motto «Nachhaltig vorwärts» 17 Obwaldner Betriebe mit insgesamt 84 Teams, an der Aktion «Bike to work» teilzunehmen. Zwischen September und Oktober 2020 legten 323 Velofahrer insgesamt rund 68'000 Kilometer zurück.

Elektromobilität soll gefördert werden

Zudem soll an allen Zentralbahn-Haltestellen in Obwalden ein E-Carsharing eingerichtet werden. Damit wollen die Obwaldner Energiestädte die Elektromobilität und die kombinierte Mobilität fördern und damit auch die Zunahme des motorisierten Individualverkehrs bremsen. Pro Energiestadt soll mindestens ein Elektrofahrzeug, womöglich beim Bahnhof, platziert werden. Auch Firmen, Hotels und Tourismusanbieter sollen ins Boot geholt werden, damit sie das E-Carsharing ihren Gästen, Kunden und Mitarbeitern schmackhaft machen können. Mobility wäre dann verantwortlich für die Bereitstellung, den Betrieb und die Vermietung der Elektrofahrzeuge, welche für das E-Carsharing verwendet werden sollen.

Regierungsrat Josef Hess, der als Vorsteher des Bau- und Raumentwicklungsdepartementes Obwalden auch kantonaler Energieminister ist, spricht bei den Energiestädten von einem sensationellen Leuchtturmprojekt. «Ich bin sehr froh, dass es die Energieregion Obwalden gibt und begeistert von dem, was erreicht wurde.» Mit den verschiedenen Projekten habe auch zusätzliche Wertschöpfung für den Kanton Obwalden generiert werden können. «Wichtig ist, dass wir gemeinsam an der Thematik Energieeffizienz weiterarbeiten und uns immer wieder verbessern. Daher freut es mich sehr, dass die Zusammenarbeit zwischen den sieben Gemeinden, dem EWO und dem Kanton Obwalden für die Jahre 2023 bis 2026 in einer Vereinbarung erneuert und sogar ausgebaut werden kann.»

Auch das machte im Dezember 2011 Schlagzeilen

Wellenberg: Kantone sind enttäuscht

Das, was die Regierungen von Ob- und Nidwalden zu verhindern suchten, trifft dennoch ein. Der Bundesrat entscheidet im Dezember 2011, dass der Wellenberg weiterhin als einer von sechs möglichen Standorten für schwach- und mittelradioaktive Standorte in Frage kommt. 

Ersehntes Weiss kommt per Schleuder

Für das Weltcup-Skispringen in Engelberg wird Schnee von der Gotthard-Passstrasse in Andermatt importiert. Mit einer Schneeschleuder wird der Schanzenhang präpariert. Schnee zu holen aus höheren Lagen in Engelberg, wäre keine Alternative. Die Schneefallgrenze liegt zu hoch. 

Letzter Entscheid für Jugendkulturhaus Nidwalden

Die Korporation Stans sagt Ja zum Baurechtsvertrag mit der Standortgemeinde Stans. Zuvor haben schon die Stanser dem Baukredit für das Jugendkulturhaus Senkel zugestimmt. Damit ist der Weg für den Bau frei.