Wirtschaft
40 Prozent der Obwaldner Firmen spüren Auswirkungen des Ukraine-Kriegs

Die Firmen blicken trotzdem zuversichtlich in die Zukunft. Das zeigt eine Umfrage des Obwaldner Gewerbeverbands.

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Der Gewerbeverband Obwalden (GVO) möchte den Puls der Firmen im Kanton spüren. Daher führt der Verband regelmässige Umfragen im Gewerbe durch. Die aktuelle Umfrage sei von April bis Mai 2022 von 138 Obwaldner Unternehmen ausgefüllt worden, teilt der GVO mit.

Dies entspreche einer Rücklaufquote von 12 Prozent, was leicht tiefer sei als bei vergangenen Umfragen. Die teilnehmenden Unternehmen stellen zu über 97 Prozent KMUs dar. Rund ein Drittel der teilnehmenden Unternehmen sind Kleinstunternehmen, welche eine Betriebsgrösse von unter fünf Beschäftigten vorweisen. Die grössten Branchen, die in der Umfrage vertreten sind, sind die Dienstleistungsbranche (29 Prozent), das Baugewerbe (25 Prozent) und das verarbeitende Gewerbe respektive der Handel (16 Prozent).

Ähnliche Auftragslage wie im Vorjahr

Die Unternehmen wurden gefragt, wie sie ihre aktuelle Auftragslage im Vergleich zum Vorjahr beurteilen. Dabei fällt dem GVO auf, dass sich für über die Hälfte der Befragten die aktuelle Auftragslage im Vergleich zum Vorjahr nur unwesentlich verändert hat. 20 Prozent der Befragten verzeichnen eine Verbesserung. Die übrigen haben eine Verschlechterung der Auftragslage festgestellt, wobei bei lediglich 2 Prozent der Rückgang als stark beurteilt wird. Die Unternehmen bewerteten ihre Auftragslage auf einer Skala von 1 (sehr schlecht) bis 10 (sehr gut) mit einem Durchschnittswert von 7,5. Dies ist 0,4 Punkte besser als bei der Befragung im letzten Herbst und zeigt laut GVO die momentan herrschende Aufwärtstendenz bei der Obwaldner Wirtschaft.

Nebst dem Blick zurück wurde bei den Unternehmen auch nach einem Blick in die Zukunft gefragt. 63 Prozent der Unternehmen erwarten laut Umfrage für die nächsten sechs Monate keine wesentlichen Veränderungen bezüglich der Auftragslage. 27 Prozent der Unternehmen erwartet eine weitere positive Entwicklung. Lediglich 9 Prozent der Unternehmen erwarten einen wesentlichen Rückgang der Auftragslage. Dies ist ein Rückgang der pessimistischen Prognosen um 5 Prozent.

Fehlendes Fachpersonal und Rohstoffmangel bereiten Sorge

In einem «Gewerbe-Sorgenbarometer» konnten die Befragten maximal fünf Themen angeben, die ihnen aus ihrer Sicht am meisten Sorgen bereiten. Neuer Spitzenreiter ist die Sorge «Fehlendes Fachpersonal» (14 Prozent aller Nennungen). An zweiter Stelle befindet sich die Sorge «Zu viel Bürokratie», welche im Herbst noch den Spitzenplatz innehielt. Einen starken Anstieg der Nennungen erlebte das Thema «Rohstoffmangel», welches gleich viel Nennungen, wie die zweitplatzierte Sorge erhielt. Ebenfalls Anstiege erlebten die Sorgen «Hohe Beschaffungskosten» und «Abhängigkeit vom Ausland». Den grössten Abstieg erlebte die Sorge «Unbekannte Auswirkungen der Coronapandemie». Waren es im Herbst hierfür noch 15 Prozent der Nennungen, so sind es jetzt noch lediglich 4. Daraus schliesst der GVO, dass sich die Geschäftstätigkeit der meisten Obwaldner Unternehmen wieder einigermassen normalisiert hat.

In einer weiteren Frage wurden die Unternehmen gefragt, ob sie in irgendeiner Form vom Ukraine-Krieg betroffen sind. Über 40 Prozent der Antwortenden bejahten diese Frage. Konkret spürbare Auswirkungen sind hier der Anstieg der Preise von Treibstoffen, Rohstoffen, Halb- und Fertigfabrikaten, sowie Materialengpässe. Die Situation um den Fachkräftemangel in Obwalden hat sich im Vergleich zur letzten Befragung nur minimal verbessert. So haben weiterhin 19 Prozent der Befragten ganz grosse Probleme, um an Fachkräfte zu gelangen. Weitere 27 Prozent finden ihre Fachkräfte nur mit sehr grossem Aufwand. (nke/pd)